Hallo ich bin Chip…

Ich war 11 als es anfing. Wir saßen gerade beim Essen. Mom und ich. Dad war wie immer noch unterwegs, er ist Truckfahrer. Doch an dem Tag merkte ich, dass etwas nicht stimmte. Das ist sehr selten in New Hope, dem langweiligsten Dorf Alabamas. “Schatz, räumst du bitte das Geschirr weg ich muss noch schnell zu unseren Nachbarn, die Sojabohnen abholen.” Ich tat, was sie sagte, obwohl ich lieber die Hauptstädte Europas fertig lernen wollte. Das war meine liebste Beschäftigung. Hier gab es ja nichts Interessanteres. Ich nahm die Teller vom tisch und packte sie in die Spülmaschine, die schon fast überquoll. Da ich so klein war, musste ich nun erst einmal Äffchen spielen und die Spülmaschinentabs aus dem etwa in 2,5 Metern Höhe angebrachten Schrank holen. Ich packte den Tab aus und steckte ihn  in das Fach. Nachdem ich die Tür gerade so zugepresst hatte, schaltete ich die Maschine an und die fing laut an zu spülen. Das Geräusch ist sehr laut für meine jungen Ohren, aber wir können uns keine neue Spülmaschine leisten, weil Mom und Dad zusammen nicht gerade viel verdienen. Es reicht gerade für das Nötigste. Mom kam endlich wieder. “Sorry aber du weißt wie die Alte einen aufhalten kann mit ihrem Gelaber”, mit der “Alten” meinte sie unsere Nachbarin Miss Mondsen. Seit sie Witwe ist, hat sie nur noch ihre Sojabohnen und geschätzte hundert Katzen, die alle Flöhe und ich schätze auch Tollwut haben. Es polterte und mein Dad kam sturz besoffen zur Tür herein. “Mach mir was zu Essen! Ich hab Hunger!”, schrie er so laut durch das Haus, dass ich dachte, gleich würde der Putz von den Wänden fallen. “Ich dachte du wärst auf der Arbeit”, sagte Mom leicht genervt. “Ich hab gesagt mach was zu Essen!”, schrie er noch einmal und lief an mir vorbei, sodass er mich voll an die Wand schubste. “Nein”, rief Mom. Ich schätze, dass sie das besser nicht hätte machen sollen. Dad rastete vollkommen aus. “Hör mal zu Madam! Ich bin der Herr im Haus und Ich sage, wann du was machen sollst und jetzt sage ich du sollst kochen und das tust du jetzt gefälligst!”, er ließ sich in seinen Fernsehsessel fallen, um kurz danach aufzustehen und meiner Mom, die gerade eine Pfanne aus dem Schrank holte, ins Gesicht zu schlagen. Ich schrie auf. Das war ein Fehler, denn Dad drehte sich zu mir und schrie:” Willst du auch was?!”, ich schüttelte beängstigt den Kopf und machte mich klein, in der Hoffnung, dass ich dadurch unsichtbar werde. Mom weinte. Sie rannte auf mich zu, packte mich am Arm und zog mich hinter ihr her aus dem Haus. Ich wusste nicht, wo wir hingehen, aber es sah nicht so aus als ob wir in New Hope bleiben, denn sie riss die Autotür auf, schob mich ins Auto und setzte sich auf den Fahrersitz. Nach drei versuchen sprang die alte Klapperkiste an und Mom gab Vollgas. Wir fuhren über die Hauptstraße raus aus New Hope und über die Landstraße irgendwo hin. Ich schlief ein und kann mich nur noch daran erinnern, dass ich, als ich aufgewacht bin, nicht in meinem Bett lag…

 

Das war meine Fanfiction zu Colonel aus “Eine wie Alaska”.